Lebenslauf:
- geb. 18.08.1962 in München
- mit 18 J. handwerkliche Berufsausbildung
  zum Raumausstatter
- 1984 Entdeckung der Poraitkarikatur durch ein Buch von
   Hans Pfannmüller (“Aufgespießt”)
- mit 21 J. Zivildienst, Privatunterricht bei Prof. Hubert Schweizer
  in altmeisterlicher Zeichenkunst
- mit 23 J. Portraitzeichner auf der Leopoldstraße in München,
   und weiter Privatunterricht
- seit 1988 selbständig als freischaffender Künstler und Portraitkarikaturist
- lebe seit 1998 in Postmünster (kleiner Ort in Niederbayern bei    
  Pfarrkirchen/Eggenfelden)
- verheiratet, 4 Kinder
 

Schnellzeichner
meine Tätigkeit auf Veranstaltungen wird als Schnellzeichner oder Showzeichner bezeichnet. Das “Schnell” von Schnellzeichner bezieht sich hierbei eher auf die Wirkung auf das Publikum: Ich zeichne nicht schneller, als ich spreche. (Würde jeder so viel Zeichnen, wie er spricht, hieße es nicht Schnellzeichner. Würde jeder so wenig sprechen, wie er zeichnet, würde man mich vielleicht als Schnellsprecher sehen.) Eine gewisse Schnelligkeit ist allderdings unentbehrlich für eine individuelle Liniendynamik, die speziell kalligraphisch orientierte Portraitkarikaturisten unverwechselbar macht.
Die Berufsbezeichnung des Schnellzeichners wurde durch den Karikaturisten Oskar (amtlich: Hans Bierbrauer) aus Hans Rosentals Sendung Dalli-Dalli geprägt. Der ursprünglich als Berliner Morgenpost-Zeichner bekannt gewordene Oskar wurde daraufhin auch auf Veranstaltungen gebucht. Es folgten seinem Weg der Handelsblatt-Zeichner Bubec und der bereits verstorbene Fred Westen.

Portrait-Karikaturist
Mein Beruf im Sinne von Berufung ist Portrait-Karikaturist. Bei der karikierenden Umsetzung eines Portraits geht es nicht darum, das Modell um jeden Preis ins Lächerliche zu ziehen, sondern seine Wesenszüge zu analysieren, und durch differenzierte Überspitzung dem Betrachter zu verdeutlichen. Das Modell ist somit nicht Opfer einer Bloßstellung sondern das Objekt der Inspiration.

karikierende Umsetzung
Gesamteindruck – Als Portrait-Karikaturist muss ich mich auf einer rein emotionalen Ebene einen Gesamteindruck - verschaffen. Dieser stellt die Bildidee dar und muß auf dieser emotionalen Ebene ständig gegenwärtig sein, während ich in einem automatisierten zeichnerischen Entstehungsprozess die Einzelaspekte der Physiognomie analysiere und zur Gesamtheit der Bildidee zusammenfüge. Jede einzelne Linie muss sich auf das Ganze beziehen. Diese visuell-organisatorische Herausforderung ist die grundlegendste und zugleich anspruchsvollste Komponente, und gewinnt mit der Stärke der karikierenden Übertreibung an Schwierigkeit.
“die gewissen Punkte” Es sind also nicht gewisse Punkte, die ich herausarbeite sondern eine Gesamtaussage. Es gibt einige Punkt, die einen mehr oder weniger großen Einfluss auf diese Gesamtaussage haben, wie die Nase oder die Augen. Den größten Einfluss hat der Schwung des Mundes. Der spricht Bände im wahrsten Sinne des Wortes – der bringt das Leben ins Portrait. Der Mund lässt am tiefsten in die Seele und den momentanen Gefühlszustand blicken.
Prozess - Ich sehe und empfinde das Gesehene bereits als Bewegung in der Hand, als eine Art gestische Kraft. In dem Moment der Wahrnehmung spannt sich dieser Eindruck wie der Pfeil im Bogen. Ohne Zögern lasse ich der vorbestimmten Bewegung Ihren Lauf. Jeder Funke des Zweifels oder Zögerns würde das Ergebnis verfälschen.
Beispiel - Ich vergleiche das gerne mit dem Sprechen: Wir denken bereits in der Sprache. Wir haben eine Idee von dem, was wir aussagen wollen. Die Wortwahl, der Satzbau sowie die Aneinanderreihung der Bewegungsabläufe des Aussprechens geschehen wie von selbst mit Hilfe des prozeduralen Gedächtnisses. So wie wir, je nach Rollenverteilung, mit verschiedenen Menschen (Kinder, Freunde oder Chef) in unterschiedlichem Tonus und sprachlichem Modus sprechen, passe auch ich meine Strichführung an die Grundcharakteristik des Gegenübers an. So verlangen Portraits mal elegantere oder wildere, mehr weiche oder härtere, mal gleitendere oder abgehackte, mal verspielte oder klare, mal gleichmäßige oder gegensätzliche Prägung der Bewegungsabläufe des Stiftes.
Weglassen - In der Reduktion selbst besteht auch noch nicht die Kunst, aber darin, die Kernaussage durch die Reduktion zu steigern. Jeder weiß, daß eine Kurzfassung die meißt größere und wertvollere Leistung ist.
(“Entschuldigen Sie, daß der Brief so lang geworden ist, aber für einen kürzeren hatte ich keine Zeit.”
J. W. v. Goethe)
Schnelligkeit (ca. 1-2 Minuten) - Die Schnelligkeit ist keine Kunst. Sie ist der Rahmen, den ich mir stecke, um Reduktion und Liniendynamik zu erzwingen. Was ich damit auch erzwinge: Emotionalität und Spontanität im Sinne “Die schnellste Antwort ist die Ehrlichste.

Talent
Talent ist meiner Ansicht nach
-
der starke Wille, seine wahren Leidenschaften zu entdecken,
  an sie zu glauben und konsequent zu entwickeln.
- die Entschlossenheit, alles zu geben
- der Mut, nie zufrieden zu sein

Tätigkeitsfeld:
vorrangig alle Arten von Firmenveranstaltungen:
- Meetings
- Messen
- Tagungen
- Firmenjubiläen
- Eröffnungen
gelegentlich auch kulturelle Veranstalter und private Gastgeber.

Was ich sonst mache
- Self-Management, Bahnfahren
- ein bißchen Zeit für Malerei
- keine Grafik, keine Comics
- keine Zeitungskarikaturen - keine politischen, gesellschaftskritischen, humoristischen Inhalte (mein Metier: rein formale Auseinandersetzung)

Nutzen für meine Kunden
- Unterhaltungswert für Veranstaltung
- Geschenk mit persönlichem Bezug

meine Ziele und Visionen.
stilistisch: mehr formale Abstraktion und kalligraphische Reduktion,
beruflich: großformatige Arbeiten auf Leinwand, Ausstellungen und Bücher
privat: zusammen mit meinen Kindern Kunst auf neugierige und unkomplizierte Art und Weise entdecken.

Die Geheimnisse meiner Kunst
Auge
Das Auge ist nicht mein Werkzeug, sondern meine erogene Zone.
Ausdauer
Das Geheimnis, 200 Menschen am Tag zu zeichnen, ohne müde zu werden, liegt darin, sich mit ihnen zu amüsieren
Chaos
Für einen Menschen, der Klarheit im Kopf hat, ist Chaos die Inspiration und Ordnung reine Zeitersparnis.
Charakter
Das wahre Wesen eines Menschen zeigt sich nicht da, wo der Charakter beginnt, sondern da, wo er aufhört.
Ehrlichkeit
Die Höflichkeit des Portraitkarikaturisten ist die Ehrlichkeit. Oder haben Sie es nötig, schöner gemalt zu werden?
Erkennungswert
Die Kunst an der Kunst ist, jemanden zu finden, der die Kunst darin erkennt.
Die Kunst der Portraitkarikatur ist noch schwieriger, weil sich derjenige, der abgebildet ist, selbst erkennen können soll.
Geheimnisse
Ein Portrait, das nicht die Charakteristik hervorlockt, ist wie ein Mensch ohne Geheimnisse.
Glaube
In der Öffentlichkeit als Karikaturist zu arbeiten, ist eine Glaubensfrage. Es setzt einen tiefen Glauben an das Leben nach der Karikatur voraus.
Idee
Die Idee entspringt nicht der Phantasie des Künstlers, sondern seiner Wirklichkeit.
Es kommt allerdings oft vor, dass die Phantasie seine Wirklichkeit ist.
Illusion
Illusion kann stärker sein, als das Bild im Spiegel. Illusion ist auch, wenn der Karikierte glaubt, dass der Portraitkarikaturist dieselben Illusionen von ihm hat, wie der Gezeichnete von sich selbst.
Interpretation
Karikatur ist nicht das, was der Zeichner hinein interpretiert, sondern das, was ihm entgegen springt, vorausgesetzt, er kann fangen.
Kommen lassen
In der Kunst kommt es meistens auf das an, von dem man gar nicht weiß, dass es auf das ankommt. Deswegen sollte man es einfach darauf ankommen lassen und nie darauf ankommen machen.
Laufbahn
Am Anfang widmet sich die Kunst der Liebe, später widmet sich die Liebe auch der Kunst.
Ich begann zu portraitieren, als es einen Menschen für mich gab, dem ich mal eine Weile in die Augen schauen wollte, ohne ihr den eigentlichen Grund zu verraten (in Bayern: "anbandeln").
Jetzt wissen Sie ungefähr, wann ich begonnen habe, mich “intensiv” mit Menschen zu beschäftigen.
Leidenschaft
Die Leidenschaft ist in der Kunst, genauso wie in der Liebe, nicht das Salz, sondern die Suppe selbst.
Da hat man sich auch schnell was eingebrockt.
Liebeskunst
Liebe und Kunst ist die Fähigkeit, sich trotz seiner Erfahrung und seiner Gewohnheiten mit denselben staunenden Augen von dem Entstehenden überwältigen zu lassen, als wäre es das erste Mal.
Nachts
Aus jugendschutzrechtlichen Gründen darf diese Seite nur volljährigen Personen zugänglich gemacht werden!
Wenn Sie volljährig und charakterlich gefestigt sind:
Ohren
Die Ohren haben sich noch nie über eine Karikatur beschwert, solange man ihnen nicht erzählt hat, was ich aus ihnen gemacht habe.
POLAROID
Meine Schnellzeichnungen sind nicht die Konkurrenz zu POLAROID, sondern einfach eine Verbesserung der Schärfe.
Realität
Die Realität kann man sich manchmal schwer vorstellen, wenn man keine Phantasie hat.
Reisen
Reisen ist vor allem für den Künstler anregend, dessen häuslicher Krempel ihn von neuen Horizonten ablenkt.
Schockieren
Die Absicht meiner Portraitkarikaturen liegt in der Erweiterung der Sichtweise und nicht im Schockieren. Das Missverständnis, dass manche vom "Karischockieren" sprechen, liegt gewiss nur an dem schwierigen Wort.
Schönheit
Jedes Merkmal lässt sich steigern. Allerdings einen Menschen zu karikieren, dessen typischstes Merkmal die reine Schönheit ist....
.... stellen sie sich mal meine Situation als Karikaturist vor!
Spannung
Die Zeit in der ich zeichne, ist für das Publikum genauso spannend, wie für den Karikierten. "Was macht der Karikaturist aus seinem Modell?" - Für mich ist das nicht weniger spannend, denn ich weiß auch nicht, was der Gezeichnete anschließend aus mir macht.
Tiefe Bedeutung
Die Menschen, die über Ihre Karikatur nicht nachzudenken beginnen, kommen in den wahren Genuss des Bildes.
Unverwechselbarkeit
Das Vergnügen, eine Portraitkarikatur zu zeichnen, liegt darin, an jedem Menschen den Charme seiner unverwechselbaren Seiten zu entdecken, die dieser an sich noch nicht zu entdecken gewagt hat.
Weglassen
Wenn die Kunst der Karikatur im Weglassen der positiven Merkmale läge, könnte ich so manches leere Blatt abliefern.
Aber manchmal verlangen gewisse Gestalten von mir, ihre negativen Merkmale wegzulassen. Die brauchen sich dann nicht zu wundern, wenn das Bild nur aus Krawatte besteht.
Wirkung
Beim Karikieren kneife ich die Augen zu, damit ich sehe, wie der Mensch wirkt, und nicht, wie er aussieht.

Mein letztes, aber größtes Geheimnis der Kunst stammt ausnahmsweise nicht von mir:
Zusammenarbeit
Die Kunst ist eine Zusammenarbeit zwischen Gott und den Menschen. Je weniger der Mensch dabei tut, desto besser. (von André Gide)
 




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